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Berichte

Eine erlebnisreiche Reise der Pforzheimer Schlesier, vom 16.06 bis 23.06. 2019


Am frühen Sonntagmorgen bei strömendem Regen begann unsere Fahrt nach Oberschlesien, unser erstes Ziel, unsere Unterkunft im Schloss Izbicko/Stubendorf, empfing uns bereits im freundlichen Abendsonnenschein. Der nächste Tag bot sogleich eine Besonderheit, eine Bootsfahrt im ehemaligen Silberbergwerk „Schwarze Forelle“ in Tarnowitz; es ist die längste unterirdische Strecke Polens, die mit dem Boot bewältigt kann. Der zweite Tag sah eine Fahrt nach Nikischacht vor, in die beeindruckende beispiellose Arbeitersiedlung, Anfang des 20.ten Jahrhunderts von Giesches Erben beauftragt und von Architekten  Emil u. Georg Zillmann in die Tat umgesetzt. Eine Stadtrundfahrt durch Kattowitz rundete den Tag ab. Der dritte Tag bot ein volles Programm: die Besichtigung von Schloss Pless, der Brauerei in Tichau und den Besuch des schlesischen Museum in Kattowitz, der allen Interessen gerecht wurde. Man konnte sich mit der schlesisch / polnischen Geschichte beschäftigen, sich mit der Malerei dieser Region auseinander setzten oder die Architektur der Kulturmeile bewundern.

Weiter ging die Fahrt am nächsten Tag nach Krakau, das die meisten von uns sehr gut  kennen, aber der Besuch des Jüdischen Viertels zeigt auch manches Problem mit dem Umgang der Geschichte, doch wurde der Abend mit einem sehr guten koscheren Essen bei Klezmer Musik beendet. Weiter ging es nach kurzer nächtlicher Erholung in Richtung Zakopane. Eine      beeindruckende Unterbrechung war der Besuch des Salzbergwerks Wieliczka. Die unglaubliche geheimnisvolle riesige unterirdische Welt, die zurecht zum UNESCO Weltkulturerbe gezählt wird, macht deutlich, warum sie für die Romantik zum literarischen Topos wurde. Am Nachmittag und Abend bot die Silhouette der Hohen Tatra ein faszinierendes Bild, zu genießen vom Berg Gulalowka. Das belebte Zakopane bot    für viele die gewünschte Abwechslung zur Nacht.

Mit einer Busfahrt durch den Nationalpark begann unser letzter Reisetag zum Grenzfluss Dunajec zwischen Polen und  Slowenien, von dem aus wir auf einem Floß in zweistündiger Fahrt die beruhigende Landschaft genießen konnten, vorbei an einem ehemaligen Gebiet der Karpatendeutschen in der Slowakei (Zipper Sachsen). Der Abend wurde mit einem überreichlichen Abendessen bei goralischer Musik zu Trachtentänzen abgeschlossen.

Am Sonnabend begann die Rückfahrt, die Tagesetappe führt nach Prag vorbei an der mährischen Pforte, der ehemaligen antiken Bernsteinstraße. Viele historisch wichtige Orte haben wir aus Zeitmangel nicht näher betrachten können.
Auch in Prag gab es nur noch ein üppiges Abendessen im ältesten Restaurant der Stadt  „U Fleku“  bei berühmter Bierseligkeit  und Gesang, die Karlsbrücke, der Hradschin blieben schemenhaft erleuchtet. So konnten wir am Sonntag endgültig die Heimreise antreten, gesättigt von vielen Eindrücken, die erst verarbeitet sein wollen, um gegebenenfalls noch einmal vertieft zu werden.

Text: Manfred Simon




Bericht über die Jahreshauptversammlung am 21. Okt. 2018 im HdL Pforzheim.

Nach der Begrüßung der Landsleute, sie waren in stattlicher Anzahl erschienen, trug der Vorsitzende Manfred Simon den Jahresbericht vor, bei Kaffee und Kuchen versteht sich. Im betreffenden Zeitraum 2017/18 gab es über gut besuchte Mittwochsrunden, eine Maiandacht und den Höhenpunkt, eine Kulturreise nach Niederschlesien zu berichten. Die Ausstellungen “Osterbräuche in Schlesien“ und „Schlossgeschichten – der Adel in Schlesien“ hatten Beachtung gefunden, wobei zu er-wähnen ist, dass der Vor-stand mehrmals im Jahr zum Museumsdienst verpflichtet ist. Ein weiteres Erlebnis war die Teilnahme an der Livesendung

„Sag die Wahrheit“ im TV Programm des SWR in Baden-Baden.

Schatzmeister Richard Daroch war es gelungen, einen stabilen Kassenstand zu erreichen trotz schwindender Mitgliederzahlen, denn Austritte und Todesfälle waren beachtlich. Der Kassenstand wurde von Elisabeth Komorek und Ilona Schreiber gegengeprüft.

Dass Jubiläumsjahr 2019 „70 Jahre Schlesien in Pforzheim“ soll mit einer entsprechenden Ausstellung gewürdigt werden, weiter sind geplant ein Ausflug in die nähere Umgebung und ein vorweihnachtliches Konzert in der kath.-Kirche St. Elisabeth, die „Brieger Christnacht 1944“ mit Liedern aus der Grafschaft Glatz von Max Drischner, geb. in Prieborn, Landkreis Stehlen. Ein Höhepunkt wird wieder die Kulturreise sein nach Oberschlesien, in die Hohe Tatra, mit einem Abschluss in Prag. (Anmeldungen wie üblich über W.Wessolly/M. Simon)
Manfred Simon dankte dem Vorstand für die erfolgreiche Zusammenarbeit und den Mitgliedern für ihre treue Gefolgschaft.

Viktor Piekniewski als Versammlungsleiter erreichte die Entlastung des Abschlussberichtes durch die Mitglieder, bei den folgenden Wahlen wurden die bestehenden Ämter bestätigt, Ilona Schreiber als Kassenprüferin, Marianne Sabieray als Beisitzerin und Peter Wyrwich als Beisitzer kamen neu hinzu.
Gestärkt mit Schlesischem Vesper wurden die Gespräche noch lebhafter, und so endete der Nachmittag in einem sehr gemütlichen Beisammensein. (Text und Foto: M. Simon)

Das Foto zeigt die Teilnehmer vor dem Museum "Haus der Landsmannschaften" und dem Denkmal zur Erinnerung der Toten von Flucht und Vertreibung




Besuch des Landesvoristzenden Christfried Krause bei den Pforzheimer Schlesiern!

Auf der Vorstellungsreise zu den einzelnen Schlesiergruppen in Baden-Württemberg besuchte der neue 1. Vorsitzende Christfried Krause am 04. Juli die Pforzheimer Schlesier im „Haus der Landsmannschaften“ in der Mittwochskulturrunde. Manfred Simon führte ihn durch die Heimatstuben der Landsmannschaften. Besonders angetan war der Gast von der vielfältigen Ausstattung  der Schlesierstube und von der informativen Ausstellung „Schloss Geschichten / Adel in Schlesien“, die in Zusammenarbeit mit dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen  der Pforzheimer Schlesiergruppe zur Verfügung gestellt wurde.
M. Simon erläuterte die Geschichte und die jetzigen Verträge mit der Stadt Pforzheim und dem HdL, das seit dreißig Jahren  den Heimatvertriebenen in Pforzheim zur Verfügung steht.
Christfried Krause stellte in einer kurzen Ansprache den anwesenden Mitgliedern sein privates und  berufliches Leben vor sowie seine Aufgaben bei der Landsmannschaft im Bundes-und Landesvorstand.
Selbstverständlich genoss er das Schlesische Vesper, besonders unser berühmtes Häckerle, das nie bei einer Mittwochskulturrunde fehlt.
Der Vorsitzende der  Landesgruppe LM Schlesien war von der Lebendigkeit der Schlesier sehr beeindruckt, so dass er noch an der anschließenden Vorstandssitzung teilnahm, in der die Jahreshauptversammlung, sowie die Vorhaben für das Jahr 2019 besprochen und festgelegt wurden. (Text M. Simon)



Schlesischer Adel steht im Mittelpunkt!

Schlossgeschichten und der Adel in Schlesien sind Themen, mit der sich noch bis Mitte September  das Museum  „Haus der Landsmannschaften“  in Pf.-Brötzingen befasst. Wer Adel war und wie man adelig wurde wird in Beispielen festgelegt -  auch weil laut einer Ankündigung  die einstige Vielfalt schlesischer  Guts- und Herrenhäuser  in der vergangenen sechzig Jahren  drastisch abgenommen hat.  Es geht um Strukturdarstellungen und Adelsbiografien,  die Ausstellung ist separat  in einer deutschen  und einer polnischen Sprachfassung  erfasst worden. Mehr als  100 000 Gäste  haben sich seit 1912 die Ausstellung  in Polen und Deutschland ansehen können.
Die Wanderausstellung des Oberschlesischen  Landesmuseums ist immer sonntags von 13.00  bis 17.00 Uhr  geöffnet. (Aus Pforzheimer Kurier, 11.07.2018)


Ein Erlebnistag in Baden – Baden im SWR Studio!

Landsmannschaft erlebt TV-Aufzeichnung
Mit dreißig  Landsleuten startete der Bus von Pforzheim in Richtung Baden-Baden, der Stadt mit den meisten Millionären in Deutschland, wo jeder zehnte Bürger einen russischen Pass besitzt:  aber auch dort steht  der SWR-Sender , den die Schlesier besuchten. Der Vorsitzende Manfred Simon wusste manches zu berichten über die Kur  und Bäderstadt, das Spielcasino, die Pferderennbahn(Turf) und dass  in 140 Hotels Gäste bewirtet werden, aber  vor  allem   dass der Schlesier  Friedrich Bischoff der erste Intendant des ehemaligen  SWF Radiosenders  war. (siehe Anhang)
Für die knapp einhundert Besucher gab es  eine kurze Einweisung, wie sie sich verhalten sollten als Zuschauer der Sendung: “Sag die Wahrheit. “Es  ist klassisches Ratefernsehen“, sagt  der  zuständige Moderator Antwerpes. Ein bekanntes Rateteam  hat drei Kandidaten zu beurteilen, von denen  nur einer die Wahrheit  sagt. Und tatsächlich: Sie haben einen spannenden Beruf, eine besondere Fähigkeit  oder ein skurriles  Hobby – und machen ein Geheimnis daraus. Die “Schwindler”, die für reichlich Verwirrung sorgen, geben dem Rateteam Rätsel  auf.Das  Rate-team muss die Lügen  der  Schwindler entlarven. Es war ein langer Nachmittag, der für die Laien ungeahnte Einblicke in die Fernseharbeit ermöglichte. Für eine halbstündige Sendung, die einmal wöchentlich abends spät den Zuschauer erreichen  und bei Laune  halten soll, ist ein unglaublicher Arbeitsaufwand nötig: deutlich wurde dies  allen an den  vielen Wiederholungen einzelner Sequenzen (wie oft kann man einen Gag wieder-holen?!), wobei  unbekannt blieb, wie viele Menschen an dieser Sendung mitarbeiten und welcher Aufwand an technischen Mitteln eingesetzt wird. Es war ein interessanter Ausflug.
Text: M. Simon (2017)

Anhang

Friedrich Bischoff!
Ein schlesischer Rundfunkpionier


Friedrich Bischoff bis 1933 Fritz Walter Bischoff, * 26. Januar1896 in Neumarkt/Schlesien, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Breslau und wurde 1923 Dramaturg am dortigen Stadttheater. 1925 wechselte er als Literarischer Leiter zum Rundfunksender Schlesische Funkstunde, dessen Intendant er von 1929 bis 1933 war. Bischoff beschäftigte sich intensiv mit den technischen und akustischen Möglichkeiten des Rundfunks und hat maßgeblich an der Entwicklung der Radiokunst gearbeitet. So setzte er die eben vom Ingenieur Friedrich Gasde erfundene Überblend-Einrichtung ein und verwendete Geräuscheffekte. Gemeinsam mit Werner Milch  produzierte er im Februar 1928 das Hörspiel Hallo! Hier Welle Erdball! Es gilt als Maßstäbe setzendes Werk der neuen Kunstrichtung. Gleichzeitig ist es das älteste als Tonaufnahme erhaltene deutschsprachige Hörspiel.
Auch für die leichte Unterhaltung hatte Bischoff Gespür. Er nahm ab 1926 den Humoristen Ludwig Manfred Lommel mit seinen Szenen um den „Sender Runxendorf auf Welle 0,5“ in das Programm auf
Mit Beginn der nationalsozialistischen Diktatur wurde Bischoff von seinem Amt als Intendant entfernt und war monatelang Untersuchungshäftling der Gestapo, bis im Rundfunkprozess 1934/35 das Verfahren gegen ihn eingestellt und er entlassen wurde.
Bis 1945 arbeitete er als Lektor und Schriftsteller. Er schuf zahlreiche Werke der Erzählprosa und Lyrik in der mystisch-romantischen Tradition seiner schlesischen Heimat.
Im März 1946 wurde er zum Intendanten des neu entstandenen Südwestfunks Baden-Baden, zu dessen Ansehen er wesentlich beigetragen hatte, berufen und hatte dieses Amt bis zum 30. Juni 1965 inne.
Bischoff war sowohl Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, als auch der Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie Ehrenbürger der Universität Mainz. 1951 wurde er mit der Ernennung zum Professor geehrt. 1954 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.
Mit dem  Schlesierschild wurde Bischoff 1962 von der Landsmannschaft Schlesien geehrt.
Friedrich Bischoff verstarb am 21. Mai 1976 in Großweier/Baden-Württemberg.
                                                                                   
Quelle: Wikipedia, Mitteilungsblatt 03/2017, Ortsgruppe Pforzheim. Verantwortlich Manfred Simon.





      






         












 
                                                



                
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